Maccy + Raycast 2026: So nutzt du beide, ohne dass sie sich in die Quere kommen
Kurzantwort: Raycast bringt bereits einen eigenen Clipboard-Verlauf mit, du brauchst Maccy also nicht, um Raycast zu nutzen. Trotzdem setzen viele beide parallel ein. Maccy App kümmert sich um die Zwischenablage (schnell, kostenlos, Open Source, lokal), Raycast um Starten, Fensterverwaltung, Snippets und Skripte. Das Setup, das funktioniert: Jedes Tool ist für genau eine Aufgabe zuständig, beide haben getrennte Tastenkürzel, und sensible Apps sind bei beiden ausgeschlossen.
Brauchst du wirklich beides?
Nicht unbedingt. Laut Raycast-Handbuch gibt es einen integrierten Clipboard-Verlauf, der Text, Bilder, Dateien, Links, E-Mail-Adressen und Farben erfasst. Er unterstützt Anheften, Typfilter und eine Liste ausgeschlossener Apps. Wenn du ohnehin in Raycast lebst und keine hohen Ansprüche hast, kannst du hier aufhören und Maccy Mac auslassen.
Für Maccy Clipboard sprechen drei Dinge:
- Fokus. Maccy macht genau eine Sache und kommt ohne Account, ohne Extension-Store und ohne KI-Schicht aus. Wenn die Zwischenablage ein unspektakuläres, nachvollziehbares Werkzeug sein soll, ist das der Reiz.
- Offenheit. Maccy steht unter der MIT-Lizenz, du kannst also genau nachlesen, was die App mit deinen Daten macht. Laut README ist die offizielle Seite
maccy.app; dort wird auch vor gefälschten Look-alike-Domains gewarnt, die Malware verteilen. - Unabhängigkeit. Wenn Raycast auf einem Firmenrechner gesperrt wird, abstürzt oder deinstalliert ist, geht dein Clipboard-Verlauf nicht mit.
Dagegen spricht: Es ist eine weitere Menüleisten-App und ein weiteres Tastenkürzel, das du dir merken musst. Installier Maccy nicht nur, weil es ein Blogpost empfiehlt.
Wer ist wofür zuständig?
Am saubersten vermeidest du Überschneidungen, wenn du jede Aufgabe genau einem Tool zuweist und dabei bleibst.
| Aufgabe | Am besten geeignet | Warum |
|---|---|---|
| Clipboard-Verlauf und Suche | Maccy | Einzweck-Tool, tastaturorientiert, lokal, Open Source |
| Apps und Dateien starten | Raycast | Das ist seine Kernfunktion |
| Fensteranordnung | Raycast | Integrierter Window-Management-Befehl |
| Wiederverwendbarer Text (E-Mail-Antworten, Adressen, Textbausteine) | Raycast Snippets | Per Kürzel ausgelöst, statt im Verlauf gesucht zu werden |
| Clipboard-Aufzeichnung per Skript ein- und ausschalten | Raycast Script Command → Maccy-Einstellung | Siehe Rezept unten |
| Oft genutzte Einträge anheften | Beide möglich, such dir eines aus | Beide unterstützen Anheften. Verteile deine angehefteten Einträge nicht auf zwei Apps |
Faustregel: Was du mehr als ein paar Mal pro Woche einfügst, gehört in ein Snippet und nicht in den Clipboard-Verlauf. Der Verlauf beantwortet die Frage „Was habe ich vor zehn Minuten kopiert?“ und ist kein Dauerspeicher.
Wie richtest du beide ohne Konflikte ein?
-
Maccy installieren und die Voraussetzung prüfen. Lade die App von
maccy.appoder von der GitHub-Releases-Seite herunter, oder nutzebrew install maccy. Version 2.x benötigt macOS 14 Sonoma oder neuer. Unter älteren macOS-Versionen brauchst du einen 1.x-Build. - Bedienungshilfen-Zugriff erteilen. Laut README muss Maccy unter Systemeinstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Bedienungshilfen eingetragen sein, damit das Einfügen funktioniert. Starte Maccy nach der Freigabe neu.
- Unterschiedliche Tastenkürzel wählen. Lass Maccy auf ⇧⌘C (Standard) oder ändere das Kürzel in den Maccy-Einstellungen. Dein Raycast-Launcher-Kürzel bleibt, wie es ist. Wenn du zusätzlich der Raycast-Clipboard-History ein Kürzel gibst, hast du zwei Clipboard-Oberflächen und greifst reflexartig zur falschen. Lass diesen Befehl ungebunden.
- Raycast die Aufzeichnung abgewöhnen, wenn du auf Maccy setzt. Raycasts Clipboard History hat eine Liste Disable Applications, aber keinen offensichtlichen Schalter, der die ganze Funktion abschaltet . Praktisch heißt das: einfach nicht benutzen. Wenn du sie aus Datenschutzgründen deaktivieren willst, prüfe, ob sich der Befehl unter Raycast-Einstellungen → Extensions abschalten lässt .
- Sensible Quellen in beiden Tools ausschließen. In Raycast über Clipboard History → Disable Applications, in Maccy über die Ignore-Einstellungen . Passwortmanager gehören auf beide Listen, auch wenn beide Apps bereits versuchen, die „concealed“-Markierungen von Passwortmanagern zu respektieren.
Wo arbeiten die beiden tatsächlich zusammen?
Snippets für alles, was der Verlauf nicht leisten kann
Ein Clipboard-Verlauf ist von Natur aus flüchtig. Raycast Snippets dagegen sind dauerhaft und werden über ein selbst gewähltes Kürzel ausgelöst. Nimm sie für Text, den du ständig im Verlauf wieder suchst. Maccy deckt die jüngere Vergangenheit ab, Snippets das Beständige.
Ein Script Command, um Maccy zu pausieren
In Maccys README ist eine Einstellung dokumentiert, mit der die App sämtliche Kopiervorgänge ignoriert:
defaults write org.p0deje.Maccy ignoreEvents true # Standard ist false
Verpackst du das in ein Raycast Script Command, bekommst du per Tastendruck einen „privaten Modus“ für Bildschirmfreigaben oder heikle Kopier-Sessions:
#!/bin/bash
# @raycast.schemaVersion 1
# @raycast.title Maccy: Pause Recording
# @raycast.mode silent
# @raycast.icon ⏸
defaults write org.p0deje.Maccy ignoreEvents true
echo "Maccy paused"
Leg ein Zwillingsskript an, das den Wert auf false setzt. Ob Maccy die Änderung sofort übernimmt oder einen Neustart braucht, hängt von der Version ab . Teste es, bevor du dich darauf verlässt. Laut README schaltet außerdem ein Klick auf das Maccy-Symbol in der Menüleiste bei gedrückter ⌥-Taste dasselbe Verhalten um. Das ist die Rückfalloption, falls das Skript nicht greift.
Window Management und Clipboard in einem Rutsch
Ein typischer Ablauf bei Entwicklern und Schreibenden: etwas in einem Fenster kopieren, ein zweites Fenster daneben andocken, dann einfügen. Wenn Raycast die Fensteranordnung übernimmt und Maccy den Verlauf, sieht das so aus: ⌘C, ein Fensterbefehl, dann ⇧⌘C zum Suchen und Einfügen. Die Maus brauchst du dafür nicht.
Quicklinks für die Ziele, in die du einfügst
Quicklinks öffnen per Kürzel eine URL oder eine App. Praktisch sind sie für Ziele, in die du ständig einfügst, etwa die „Neues Ticket“-Seite deines Issue-Trackers oder ein internes Formular.
Welche Nachteile gibt es?
- Zwei Apps zeichnen deine Kopiervorgänge auf. Sind beide aktiv, wird alles, was du kopierst, doppelt gespeichert: an zwei Orten, mit zwei verschiedenen Aufbewahrungsregeln. Das ist für den Datenschutz schlechter als jede der beiden Apps allein.
- Angeheftete Einträge laufen auseinander. Wer in beiden Apps anheftet, weiß bald nicht mehr, wo was liegt.
- Raycast ist nicht durchgängig Local-first. Es gibt Accounts, Cloud-Sync und KI-Funktionen. Ob eine bestimmte Funktion Daten von deinem Mac schickt, hängt von der Funktion und deinen Einstellungen ab. Wenn rein lokal dein Ziel ist, lies die Datenschutzeinstellungen, statt es einfach anzunehmen.
- Raycasts kostenlose und bezahlte Tarife unterscheiden sich unter anderem bei der Länge des Verlaufs und beim KI-Zugang. Schau auf der aktuellen Tarifseite nach , statt dich auf einen älteren Blogpost zu verlassen, diesen eingeschlossen.
- Kollisionen bei globalen Tastenkürzeln. ⇧⌘C wird von manchen Apps für eigene Befehle beansprucht. Maccys README weist darauf hin, dass Kürzel, die ein Zeichen erzeugen (etwa ⌥C für „ç“), von macOS in Passwortfeldern womöglich blockiert werden. Vermeide deshalb reine Option-Kombinationen.
Solltest du stattdessen Raycasts eingebauten Clipboard-Verlauf nutzen?
Wenn du weniger bewegliche Teile willst: ja. Wenn du ein Clipboard-Tool möchtest, das dir nicht im Weg steht und sonst nichts tut, nimm Maccy. Wenn du beide einsetzt, achte darauf, dass nur eines ein Tastenkürzel hat.
| Maccy | Raycast Clipboard History | |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Nur Clipboard-Manager | Ein Befehl innerhalb eines Launchers |
| Quellcode | Open Source (MIT) | Closed Source |
| Kosten | Kostenlos über GitHub; kostenpflichtige Unterstützer-Version im Mac App Store | In Raycast enthalten; manche Optionen hängen vom Tarif ab |
| Typfilter | Suche während der Eingabe | Text, Bilder, Dateien, Links, E-Mails, Farben |
| Textsuche in Bildern (OCR) | Soweit mir bekannt, nicht vorhanden | Texterkennung mit den Modi „Schnell“ und „Genau“ |
| Anbindung an andere Tools | Eigenständig | Einträge als Snippets oder Quicklinks speichern |
| macOS-Voraussetzung | 14 Sonoma oder neuer (2.x) | Siehe aktuelle Raycast-Anforderungen |
Ein sinnvolles Standard-Setup
Starte nur mit Raycast und nutze zwei Wochen lang dessen Clipboard-Verlauf. Wenn du dir etwas Schlichteres oder Privateres wünschst, installier Maccy, lass Raycasts Clipboard-Befehl ungebunden und nutze Raycast für alles andere. Schon nach einem Tag weißt du, ob sich die zweite App ihren Platz in der Menüleiste verdient.
Hast du aktuell einen „privaten Modus“ für deine Zwischenablage, oder leerst du den Verlauf einfach, wenn etwas Sensibles durchgelaufen ist? Das entscheidet oft, bei welchem Tool Leute am Ende landen.
Maccy von der offiziellen Website laden. Die App ist kostenlos, und das ist die einzige offizielle Domain.
